Über diesen Blog

Vor Jahren habe ich diesen Blog zum theologischen Austausch unter KollegInnen eingerichtet. Geleitet hat mich dabei ein Gedanke Henry David Thoreaus, den er in "Walden" äußert:
"Eine Unbequemlichkeit empfand ich oft in meinem kleinen Haus, nämlich die Schwierigkeit, in genügende Entfernung von meinem Gast zu gelangen, wenn wir anfingen, umfangreiche Gedanken in umfangreichen Worten auszudrücken. Man braucht Platz für seine Gedanken, um sie zum Segeln zu bringen und ein paar Schwenkungen machen zu lassen, ehe sie den Hafen anlaufen … Ich empfand es als einen ganz einzigartigen Luxus, mich mit einem Bekannten, der sich auf dem anderen Ufer befand, über den Teich hinüber zu unterhalten. In meinem Haus waren wir einander so nah, dass wir nicht anfangen konnten zu hören - wir konnten nicht leise genug reden, um gehört zu werden." 
(Henry David Thoreau, Walden oder Leben in den Wäldern, Zürich 1979, S. 144f)
Ich dachte, so ein Blog ist wie Thoreaus Waldenteich: Durch den zeitlichen Abstand der Posts kann man aufeinander hören, statt sich ins Wort zu fallen, und so zu einem fruchtbaren theologischen Austausch auch über kontroverse Themen kommen. Deshalb heißt dieser Blog, in Anlehnung an Thoreaus Hütte am Waldenteich, "Bloghuette". Leider interessierte sich niemand für diese Idee, weshalb der Blog einige Zeit vor sich hin dümpelte, bis mich jemand nach meiner Predigt fragte und ich beschloss, meine Predigten in diesem Blog zugänglich zu machen. Ich gewöhnte mir an, die Predigt bereits einzustellen, wenn ich sie fertig hatte, damit Kollegen in Not darauf zugreifen konnten. Ich tue das nicht uneigennützig: Ich hoffe auf Rückmeldungen. Um noch einmal Thoreau zu zitieren:
"Beim Nachhausekommen sehe ich, dass Besucher dagewesen sind und ihre Karten zurückgelassen haben - einen Strauß Blumen, eine Ranke Immergrün oder einen mit Bleistift auf ein Nussblatt oder einen Span geschriebenen Namen." 
(a.a.O., S. 134)
Google zeigt mir an, wie viele Besucher auf meinem Blog waren, aber leider nicht, wer es war, wie ihr meine Predigten gefielen, welche Gedanken sie anregten, was sie abstieß oder nicht verstand. Ich bin unbescheidener als Thoreau: Mit dem Namen allein bin ich nicht zufrieden. Ich erhoffe mir eine Rückmeldung zu meinen Predigten. Denn eine Predigt ist kein Monolog, sondern ein Dialog. Sie lebt von der Reaktion der Gemeinde oder, wie hier, der Leserschaft.
Ich möchte erfahren, wie meine Gedanken ankommen - ob sie geteilt oder kritisiert werden. Ich möchte wissen, ob meine Predigten auch als Texte "funktionieren", nicht nur als Reden, bei denen ich durch die Gemeinde ja unmittelbare Rückmeldungen bekomme.
Ich würde mich sehr freuen, wenn die, die meine Predigten lesen oder benutzen, sich hin und wieder Zeit für einen Kommentar nähmen oder eine Rückmeldung, wie sie die Predigt verwendet, was sie daraus gemacht haben, wie sie angekommen ist. Dafür sage ich schon im Voraus ganz herzlichen Dank!

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